Die Geschichte

Gebaut von Motorradfahrern für Motorradfahrer

Schon seit je her war es das Bestreben des Menschen mobil zu sein. In frühen Zeiten durch Pferd und Kutsche bewerkstelligt, folgte bereits 1894 das allererste Motorrad. Ein damals schon großes Stück Freiheit mit noch recht einfacher Technik. Doch das sollte nicht so bleiben!

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Bereits 1923 wurde aus Liebe zum Motorrad das unternehmen HOREX von Fritz Kleemann gegründet. Schon damals galt: „Gebaut von Motorradfahrern für Motorradfahrer“. Die erste „richtige“ Horex war eine 250er welche sich auch im Rennsport bewährte. Die für damals moderne Technik (Leichtmetall-Zylinder mit eingeschrumpfter Laufbuchse) verhalf Fritz Kleemann zu ersten Rennerfolgen. Der bald nach der Gründung eingestellte Konstrukteur Hermann Reeb, war mit richtungweisenden und seiner Zeit weit voraus gewesenen Konstruktionsplänen federführend am Erfolg von Horex beteiligt. Unter HOREX entwarf er schon 1932 Parallel-Zweizylinder mit obenliegender Nockenwelle bis 800 cm³ Hubraum.

In Kooperation der beiden Konstrukteure Hermann Reeb sowie Richard Küchen entstand 1936 bis 1938 der 350er Langhub-Motor in der SB35. Dieser Motor war wieder richtungweisend und seiner Zeit weit voraus. Anfang der 50er Jahre wurde die SB35 weiterentwickelt und von der Regina abgelöst. Die Regina mit dem 350 cm³ Einzylindermotor, Teleskopgabel und Hinterradfederung sollte das erfolgreichste aller HOREX-Motorräder werden. Die Regina war 1952 mit rund 20.400 Exemplaren die meistverkaufte 350er der Welt. Zusätzlich folgte eine 250er sowie eine 400er Regina. Mit einer Leistung von 24 PS folgte HOREX dem Ruf nach einem Zweizylinder Modell mit 400cm³ und tauften sie „Imperator“.

1955 erschien als Nachfolger der Regina die Resident mit Hinterradschwinge und vorderer Langarmschwinge sowie leistungsgesteigerten Einzylindermotoren von 250 und 350 cm³ Hubraum. Das Gehäuse der Resident-OHV-Motoren ähnelte dem Imperator-OHC-Motor. Die technisch wesentliche Verbesserung gegenüber der Regina lag im geänderten Hubverhältnis zur Verringerung der bei Höchstleistung erreichten Kolbengeschwindigkeit; beide Motoren hatten 77 mm Bohrung, der 250er aber nur 53,4 mm Hub statt 75 mm des 350ers. Dadurch konnte der 250er Motor auf eine Höchstleistung von 18,5 PS bei 7100/min, der 350er auf 24 PS bei 6500/min gesteigert werden. Die untenliegende Nockenwelle betätigte die Stoßstangen über Stößel, während bei den meisten Regina- und allen SB-35-Motoren hierfür Schlepphebel vorgesehen waren. Alle Resident-Motorräder hatten 19-Zoll-Laufräder.

Die Geschichte in einzigartigen Bildern:

Der Name „HOREX“ entstand als Wortkombination aus „Ho“ für Homburg und „rex“ für die Rex-Konservenglas-Gesellschaft, die der Vater des jungen Fritz – Kommerzienrat Friedrich Kleemann – im Jahre 1918, unmittelbar nach Ende des ersten Weltkrieges übernommen hatte.

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In einem Schuppen auf dem elterlichen Anwesen montiert der zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 20 Jahre alte Kleemann die in den Columbus-Werken gefertigten Motoren in zugekaufte Fahrräder und verdient sich damit die ersten Sporen als selbstständiger Unternehmer. Der „Gnom“ war geboren – geht nicht ohne mittreten.

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Auf der rechten Seite ist die außen liegende Schwungscheibe des kopfgesteuerten, getriebelosen Motors angebracht.

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Mitte der 20er Jahre kommt Horex erstmals mit Modellen auf den Markt, die über mehr als 250 cm³ Hubraum verfügen. Während die 500er Modelle schon 1924 angeboten werden, erscheinen die 550er sowie 600er Varianten erst im darauffolgenden Jahr. Die Presse schreibt: “ . . . ein ausgesprochenes Strapazierfahrzeug.“

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Unter dem Motto „schnell – rassig – zuverlässig“ besitzt das 1929 in Serie gehende Topmodell aus Bad Homburg alle Merkmale eines modernen Motorrades, dass je nach Verdichtung über 18 bzw. 20 PS verfügt.

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Rein äußerlich machen die neuen 500er und 600er Tourenmaschinen durch die zunächst schwarz lackierten, später verchromten Satteltanks auf sich aufmerksam. Verfügte die gesamte Modellpalette bisher über eine Frischölschmierung, so kommt an den Tourenmodellen ab 1931 eine fortschrittliche und wegweisende Trockensumpf-Schmierung zum Einsatz.

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Das neue Horex- Flagschiff: 1933 S6 und S8 mit 600 bzw. 800cm³ Hubraum und einer Leistung von 26 bzw. 29,5 PS die ideale Reise- und Gespannmaschine. Obwohl die S6 und S8 mit weniger als 200 gebauten Exemplaren bereits in den 30er Jahren relativ selten anzutreffen war, haben einige Exemplare den Zweiten Weltkrieg überdauert.

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Als Neuzugang im Horex- Verkaufsprogramm erscheint 1934 das Sportmodell S35. Im Gegensatz zu vielen anderen Motorradherstellern waren die Bad Homburger bisher in dieser Hubraumklasse noch nicht in Erscheinung getreten.

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Die S bzw. SS 64-Modelle bilden in der zweiten Hälfte der 30er Jahre die sportlichen Highlights der Marke Horex und ist heute eine der meistgesuchten Modelle der Bad Homburger Serienfertigung.

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1937 erscheinen die neuen Sportmodelle S5 und S6 und somit ist Horex wieder mit einem OHV- Modell in der heiß umkämpften Halbliter- und in der 600er -Klasse vertreten.

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Die Stunde Null – Neuanfang mit der SB35. Im Jahre 1948, einhergehend mit der Währungsreform, wird in Bad Homburg endlich wieder der Motorradbau aufgenommen. Man macht zunächst mit dem Modell weiter, mit dem man nach dem Ausbruch des Krieges neun Jahre zuvor gar nicht mehr richtig zum Zuge gekommen war: mit der SB 35. Vielleicht wichtiger denn je, die Maschine ist seitenwagentauglich!

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Ausgereift und grundsolide: Die Regina 400 am Ende einer fünfjährigen Entwicklungszeit. Design, Finish und Zuverlässigkeit lassen die Regina zu einem einzigartigen Verkaufsschlager werden – und die 350er zur meist verkauften ihrer Hubraumklasse weltweit. Zum leichteren Ausbau des Hinterrades lässt sich das Hinterradschutzblech hochklappen. Die Regina wurde als 250er mit 17 PS, 350er mit 19 PS und als 400er mit 22 PS produziert, welche sich vortrefflich für den Gespannbetrieb eignete. Die Regina war seinerzeit das Traummotorrad schlechthin!

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Eine Regina der letzen Serie, allerdings bei genauer Betrachtung ohne die Geradweg-Hinterradfederung.

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1954 – Endlich die Imperator geht in Serie. Motor sowie Rahmen sind vollkommene Neukonstruktionen. Statt der ursprünglich geplanten 350 cm³ besitzt die Imperator nun 400 cm³ Hubraum. Interne Vorschläge auf 500 cm³ zu gehen, wurden von der Geschäftsleitung abgelehnt.

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Diese 250er GS stammt aus Amerika und hat den Weg zurück in die Heimat gefunden. Sie ist eine von insgesamt nur 30 gebauten Exemplaren und befindet sich noch in unrestauriertem Originalzustand mit nur 47 Meilen auf dem Tachometer.

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Die einzige noch existierende Maschine mit einem 500er Twin, 4-fach gelagerter Kurbelwelle mit Hirth-Verzahnung. Sie wurde von Rolf Dachs in der „Horex- Werkstatt Rastede“ perfekt restauriert.

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Nur die beiden Motoren der „Hoske“ sind erhalten geblieben. Horex- Sammler Reinhard Jutzi hat sich daraus unter Verwendung eines Eigenbau-Fahrgestells in den 90er Jahren eine Rennmaschine für die Teilnahme am historischen Motorsport aufgebaut.

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Die Werks- Horex 500 RS zählt zweifellos zu den schönsten deutschen Rennmaschinen der 50er Jahre. Die klare Linienführung, die aerodynamische Verkleidung von Tank und Steuerkopf sowie der Aufbau des Doppelnocken- Twins stellen eine architektonische Meisterleistung dar. Bei dem neuen, auffallend schlanken Zweizylinder- Modell handelt es sich um eine vollkommene Neukonstruktion der Horex- Werke. Weder Motor noch Fahrwerk wurden von den Maschinen der 52er Saison übernommen.

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So präsentiert sich die letzte der Horex- Werksrennmaschinen 50 Jahre nach ihrem Debüt. Verkleidungen mit „Entenschnabel“ waren Mitte der 50er Jahre sehr verbreitet. Auch die Werksrennmaschinen von BMW, Moto Guzzi und NSU waren damit ausgestattet. In seiner letzten Ausführung leistete der Zweizylinder- Rennmotor 48 PS bei 9.800 U/min.

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Die Supersport-Modelle des Herrn Alfred Petith anlässlich einer Horex- Ausstellung.

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Fotos © by Jürgen Nöll